Bassibougou: Gartenbau und Ressourcenschutz

Projektlaufzeit: April 2006 bis 2008

AffenbrotbaumRund 200 km ist das Dorf Bassibougou, das zum Kreis Kita gehört, von der Hauptstadt Bamako entfernt. Die 735 Einwohner vom Volk der Malinké leben von der Landwirtschaft, der Viehzucht, dem Handwerk und der Jagd. In dieser Region befindet sich die landwirtschaftliche Produktion in einer Krise. Dies steht auch im Zusammenhang mit dem Anbau von Baumwolle, der auf dem Weltmarkt nur geringe Erträge erzielt.

Daher setzt das Projekt auf die Unterstützung des Gemüseanbaus, der einerseits die Nahrungsmittelversorgung verbessert und zugleich Einkünfte für Frauen und ihre Familien ermöglicht. Traditionell ist der Anbau von Gemüse eine Domäne der Frauen. Während Männer für die Grundnahrungsmittel - Hirse und Mais - sorgen, sind Frauen für die Nahrungsmittel zur Soßenzubereitung zuständig - also Gemüse und Gewürze. Bisher erwirtschafteten sie in Bassibougou auf kleinen Parzellen mit großem Arbeitsaufwand und spärlichen Produktionsmitteln nur geringe Erträge, die nur knapp für den Eigenbedarf reichten.

Ebenso leistet das Projekt einen Beitrag zum Ressourcenschutz, denn im Garten ist eine Baumschule integriert, deren Setzlinge in den nahegelegenen Wald verpflanzt werden. Zwei Frauen erhielten eine spezielle Schulung und unterhielten die Baumschule. Jährlich sollen auf diese Weise 800 Baumsetzlinge gezogen und im angrenzenden Wald des Dorfes verpflanzt werden. Dabei ist die gesamte Dorfbevölkerung beteiligt, die weiß, dass der Erhalt des Baumbestandes wichtig ist. Sie achtet besonders darauf, dass lokal nutzbare Bäume angepflanzt werden, wie z.B. Baobab, Kariténussbaum oder Tamarindenbaum. Aus der Rinde des Baobab - auch Affenbrotbaum genannt - werden Seile hergestellt, seine Früchte und Blätter zu Lebensmitteln verarbeitet.


Garten in BassibougouZunächst wurde mit Beginn des Projektes im April 2006 ein Garten von 0.25 ha Größe eingefriedet und ein tiefer Schachtbrunnen zur Bewässerung gegraben. Der Dorfchef von Bassibougou übereignete den 90 beteiligten Frauen das Grundstück, das sie bewirtschaften sollten. Sie wurden technisch und organisatorisch beraten und erhielten zusätzlich Arbeitsgeräte für den Anbau.

Nachdem weitere 45 Frauen in das Projekt einsteigen wollten, erwies sich die Anbaufläche von einem Viertel Hektar als zu klein. Dieses Problem hatten die Frauen insoweit selbst gelöst, als sie bereits in Eigeninitiative und mit Unterstützung ihrer Männer die Anbaufläche vergrößert und ein angrenzendes Areal von weiteren 0,25 ha angelegt und eingezäunt hatten. Die Kapazität des einzigen vorhandenen Brunnens reichte jedoch nicht mehr aus, um die nun verdoppelte Anbaufläche zu bewässern.


Brunnen in BassibougouUm auch diesen Frauen eine Chance zur individuellen Nutzung zu geben, wurde das Projekt im Frühjahr 2007 fortgesetzt. Mit der Erweiterung des Gartens um einen weiteren Viertel Hektar und der Finanzierung eines zweiten 15 m tiefen Brunnens mit großem Durchmesser antwortet das im Jahr 2007 fortgesetzte Projekt auf den Bedarf vor Ort und die dynamische Entwicklung des Projektes. Inzwischen sind 135 Frauen in das Projekt integriert. Es ermöglicht ihnen und ihren Familien neben einer verbesserten Nahrungsmittelversorgung auch Einkünfte durch den Verkauf ihrer Anbauprodukte auf dem jüngst etablierten Markt von Balandougou.

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