Kati: Alphabetisierung und Getreidemühlen

Projektlaufzeit: 09/2004 - 08/2005

An einer Teerstraße sieben Kilometer von der Kreisstadt Kati entfernt liegt der Ort Kambila. Er hat 1100 Einwohner und ist zugleich kommunaler Verwaltungssitz. Neben der Landwirtschaft lebt die Bevölkerung primär vom Gemüseanbau. In geringem Ausmaß wird ebenfalls Viehzucht betrieben.

Alphabetisierung in KatiIm Jahr 2005 förderte die LAG Mali mit finanzieller Unterstützung von AWO International die Alphabetisierung von rund 50 Frauen. Die malische Partnerorganisation Le Tonus setzt sich in dieser Region für lokale Frauengruppen ein und hatte eine erfolgreiche Alphabetisierungskampagne in Kambila begonnen. Diese wurde mit dem Bau und der Ausstattung eines Alphabetisierungszentrums erweitert und fortgesetzt. An den Bauarbeiten war die örtliche Frauengruppe maßgeblich beteiligt, die hierfür entsprechende Arbeitskräfte aus dem Dorf mobilisierte. Während der Rohbau in Eigeninitiative fertig gestellt wurde, übernahm die LAG Mali v.a. die Ausstattung mit Mobiliar und Lehrmaterial. Das Gebäude sollte zusätzlich als Versammlungsort der örtlichen Frauengruppen zur Koordination und Organisation ihrer Selbsthilfe-Initiativen zur Verfügung stehen.

Ergebnis nach Beendigung der einjährigen Projektphase ist, dass der Unterricht von ausgebildeten Fachkräften aus dem Dorf nun eigenständig fortgesetzt wird. Sie unterrichten in der Landessprache Bamanankan jeweils eine Gruppe von Anfängerinnen und Fortgeschrittenen nach der Methode Reflect. Dieser pädagogische Ansatz bezieht das Alltagsleben der Teilnehmerinnen in den Unterricht ein und wird vom Deutschen Entwicklungsdienst empfohlen. Dabei werden Themen wie Dezentralisierung, Umweltschutz, Gesundheit und nachhaltige Landwirtschaft behandelt.

N'Pièbougou und N'Tonimba

KariteepasteFrauen stampfen Getreide

Beide Dörfer sind zwischen 7 und 9 km von Kati entfernt und nur über eine Piste erreichbar. Dort wurde in jedem Ort eine multifunktionale Mühle angeschafft und in Betrieb genommen, mit der sowohl Hirse und Mais wie auch die Kariténuss gemahlen werden kann. Beim Kauf der Mühlen haben die beiden dynamischen Frauengruppen einen Eigenbeitrag aus ihrer Gemeinschaftskasse geleistet.

Zuvor musste das Getreide für die Zubereitung der Mahlzeiten im Mörser gestampft werden - eine schwere körperliche Arbeit, die bis zu 6 Stunden täglich in Anspruch nahm. Auch die manuelle Herstellung der Karitébutter, die z.T. auf dem Markt verkauft und z.T. selbst konsumiert wird, war sehr zeitaufwändig und arbeitsintensiv.

Mit der Inbetriebnahme der beiden Mühlen hat sich die große Arbeitsbelastung der Frauen erheblich verringert. Sie haben darüber hinaus Zeit für andere Aktivitäten gewonnen, um eigene Einkommen zu erwirtschaften. Für den Unterhalt und Fortbestand der Mühlen sorgt ein spezielles Komitee, das die gebildeten Rücklagen für Reparaturen oder Ersatzteile selbst verwaltet und organisiert.

Partnerorganisation: Le TONUS↑ nach oben

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