Kulturelle Vielfalt

Sprachen

Mali ist ein Vielvölkerstaat, in dem eine Vielzahl ethnischer Gruppen leben. Es werden über 15 verschiedene Sprachen gesprochen, die jeweils wieder in verschiedene Varianten und Dialekte zerfallen. Amtssprache ist das Französisch, das unter der ländlichen Bevölkerung allerdings wenig verbreitet ist. Als Verkehrssprache dient das Bambara, das von etwa 60-80% der Bevölkerung gesprochen wird.

Mali - ein "Melting Pot" zahlreicher Ethnien

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Die Völker der Tuareg, der Mauren und der Fulbe lebten traditionell nomadisch oder halbnomadisch und zogen mit ihren Viehherden durchs Land. Aus politischen Gründen und auch wegen den großen Dürren während der 1970er und 1980er Jahre, die die Viehbestände drastisch dezimierten, mussten jedoch in den letzten Jahrzehnten immer mehr Menschen diese traditionelle Lebensweise aufgeben und sich in dauerhaften Siedlungen niederlassen. Da diese Volksgruppen hauptsächlich im wenig fruchtbaren und nur sehr dünn besiedelten Norden Malis leben, machen sie nur etwa 20% der Gesamtbevölkerung aus. Im Süden des Landes leben dagegen hauptsächlich sesshafte Volksgruppen. Den größten Bevölkerungsanteil unter ihnen machen die Mande-Völker aus, zu denen die Bambara, Malinke und Dioula gehören. Die Bambara sind mit ca. 35% die größte ethnische Gruppe Malis. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Ethnien, darunter die Soninke, Songhai, Dogon, Bozo und Senufo.

Man darf sich die verschiedenen Ethnien Malis jedoch nicht als strikt voneinander getrennte Gesellschaften vorstellen: Überlappende Lebensräume und ständiger kultureller Austausch sind die Regel. So befinden sich Riten und Traditionen ständig im Wandel, und auch Ehen zwischen Angehörigen verschiedener Ethnien sind keine Ausnahme.

Cousinage à Plaisanterie

Von großer Bedeutung für das gesellschaftliche Zusammenleben in Mali und anderen Ländern Westafrikas ist die sogenannte „Cousinage à Plaisanterie“ – die Scherzverwandtschaft. Dabei dürfen sich Angehörige verschiedener ethnischer als auch gesellschaftlicher Gruppen nach festgelegten Regeln verspotten. Dieser Brauch hat eine lange Tradition – schon Sundiata Keita legte zur Zeit des Mali-Reiches bestimmte Scherzverwandtschaftsgruppen fest - und wird bis heute im Alltag gepflegt. Auch gesellschaftliche Spannungen können dadurch entschärft und Konflikte auf friedliche Art gelöst werden.

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