Ouéléssebougou

Gartenbau - Ressourcenschutz - Alphabetisierung - Verbesserung der Trinkwasserversorgung

Acht Brunnen und Solartrockner zur Förderung des Gartenbaus

In Djonkala, Karassana, Massako und Korona - vier Dörfern, die zur Kommune Ouéléssebougou (etwa 80 km südlich von Bamako) gehören, unterstützte die LAG Mali e.V. mit insgesamt acht Brunnen den Gemüseanbau. Ziel war es, einerseits die Nahrungsmittelversorgung in den Dörfern zu verbessern und zugleich Einkommensmöglichkeiten für insgesamt 320 Frauen zu schaffen und zu steigern.

In jedem Dorf hatten sich bereits 80 Frauen in Kooperativen organisiert und bewirtschafteten jeweils einen 1,5 Hektar großen Garten. Allerdings reichte die Kapazität der beiden vorhandenen Brunnen nicht zur effizienten Bewässerung der Gemüsepflanzen aus. Die Frauen beklagten Wassermangel, der vor allem gegen Ende der Anbauperiode auftrat und die Gemüseernte gefährdete. Laut Auskunft eines Experten des Deutschen Entwicklungsdienstes in Mali sind für einen Garten in dieser Größenordnung vier Brunnen notwendig.

Mit Hilfe der LAG Mali e.V. wurden in jedem Garten zwei weitere Brunnen von einer örtlichen Brunnenbaufirma gegraben, um den Frauen eine effiziente und lukrative Bewirtschaftung zu ermöglichen.

Schulung am SolartrocknerEinfache Solartrockner, wie das Exemplar auf dem Bild, werden in Mali hergestellt. Damit konserviert man Ernteüberschüsse, die auf dem Markt nicht mehr verkauft werden können. Zwiebeln, Tomaten und auch Früchte lassen sich auf diese Weise haltbar machen und zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen. Ernteverluste können somit vermieden werden.

Für jedes Dorf stellte die LAG Mali zwei Solartrockner zur Verfügung. Die Frauengruppen nahmen an einer Schulung im Gebrauch der Geräte teil.


Ressourcenschutz und Erhalt der Einkommensquellen von Frauen

Mit dem Sammeln und der Verarbeitung der Früchte heimischer Baumarten - wie Tamarinde, Néré und Kariténuss - ist zugleich eine klassische Einkommensquelle der Frauen in Mali verbunden. Die Produkte werden als Soßenzutaten, Würze oder auch Heilmittel auf den Wochenmärkten verkauft. Durch unkontrollierte Buschfeuer und massive Abholzung sind die Wälder in der Region bei Ouéléssebougou und damit auch die Einkommensquellen der Frauen gefährdet.

Die Dorfchefs der genannten Dörfer haben jeder Frauenkooperative ein Waldgebiet von 20 ha zu ihrer Nutzung zugesprochen. Die Baumbestände dieser Waldgebiete wurden durch Brandschutzstreifen mit einer Breite von 5-10 m vor Buschfeuern geschützt. Dabei wird das Unterholz entfernt, um ein Übergreifen der Flammen zu vermeiden. In den Dörfern gegründete Komitees kontrollieren die nachhaltige Waldnutzung. Für die Durchführung dieser Arbeiten wurden im Rahmen des Projektes, das damit einen Beitrag zum Ressourcenschutz in der Region leistete, entsprechende Werkzeuge bereit gestellt.

Förderung der Alphabetisierung

Alphabetisierung in QuelessebougouLaut Bericht der Deutschen Welthungerhilfe sind 88 % der erwachsenen Frauen in Mali Analphabeten. Im ländlichen Raum liegt diese Rate durchaus noch höher. Nicht selten erleben Frauen, dass die Fähigkeit, Lesen und Schreiben zu können, ein exklusives Privileg ist. Auch im Hinblick auf die Kalkulation ihrer Einkünfte ist es wichtig, Rechenaufgaben lösen zu können. Ergänzend zum Projekt und auf Anfrage der im Projekt beteiligten Frauen förderte die LAG Mali die Alphabetisierung von insgesamt 100 Frauen in den vier Dörfern. Zwei malische Fachkräfte führten den Unterricht in der Landessprache Bamanankan durch.

Verbesserung der Trinkwasserversorgung

Verunreinigtes Wasser, das aus traditionell gegrabenen Brunnen geschöpft und getrunken wird, ist häufig die Ursache für Durchfallkrankheiten im ländlichen Raum Malis. Für Kleinkinder werden diese Erkrankungen nicht selten lebensbedrohlich. Auch fallen traditionelle Brunnen schnell trocken. Die Frauen, die für die Wasserversorgung der Familien zuständig sind, müssen dann zusätzlich weite Transportwege bewältigen.

Zugang zu Trinkwasser hatte für die Bevölkerung von vier Dörfern in der Kommune Ouéléssebougou oberste Priorität. Im Dorf Djonkala war bereits ein Pumpenbrunnen vorhanden, der defekt war. Er konnte von den Dorfbewohnern selbst wieder instand gesetzt werden. In den Dörfern Karassana, Massako und Korona war dies nicht der Fall.

Dort leistete die LAG Mali e.V. einen Beitrag zur besseren Trinkwasserversorgung. Sie finanzierte den Bau von drei professionellen Schachtbrunnen, die hygienischen Grundstandards genügen. Jedes Dorf etablierte ein Brunnenkomitee, das nach entsprechenden Schulungen für die Wasserqualität und den Erhalt der Brunnen zuständig ist und diese kontrolliert.

Projektlaufzeit: März 2004 - Februar 2005

Partnerorganisation: AMPDR↑ nach oben

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